Der Löwenzahn – ein Tausendsassa unter den Wildpflanzen

Löwenzahn
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Während viele Menschen in ihm nur Unkraut sehen, erfreuen sich die Kinder an den lustigen Pusteblumen. Doch der Löwenzahn kann viel, viel mehr. Er ist ein wahrer Tausendsassa und steckt voller gesunder Inhaltsstoffe.

Er ist einer der ersten, der schon recht früh im Jahr seine Spitzen aus der Erde streckt: der Löwenzahn. Seine gelb leuchtenden Blütenblätter gleichen den Zähnen der Löwen, was ihm seinen Namen eingebracht hat.  Bereits seit dem Altertum ist der Löwenzahn als Heilpflanze bekannt. Nicht nur die Blätter und Blüten, sondern auch die Wurzeln enthalten für die Gesundheit wertvolle Inhaltsstoffe. Daher kommt es, dass der Löwenzahn insgesamt gerne als Arzneimittel und auch als Hausmittel genutzt wird.

Die Inhaltsstoffe des Löwenzahn und ihre Wirkung

Seltene Bitterstoffe, die in anderen Pflanzen nicht oder kaum zu finden sind: Sterole, Triterpene, Cumarine und Flavonoide zeichnen die Wirksamkeit des Löwenzahn aus. Schleimstoffe, Inulin und Zucker, alles Stoffe, die für unsere Gesundheit nützlich sind, finden wir in der Wurzel. Die Blätter zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Kalium aus.

Bitterstoffe produzieren Verdauungsenzyme und – hormone, so dass die Vedauung, die Leber- und Gallentätigkeit angeregt werden, was den Fettstoffwechsel verbessert. Ich habe bereits in einem Artikel darüber geschrieben, wie Sie mit Bitterstoffen Ihre Gesundheit anregen. Durch die harntreibende Wirkung  im Körper, die von den Flavonoiden und dem Kalium der Pflanze angeregt wird, wird eine Blutreinigung und Entschlackung gefördert. Normalerweise werden bei einer Ausschwemmung von Wasser und Giftstoffen aus dem Körper wichtige Mineralstoffe mit ausgeschieden. Doch das in der Pflanze enthaltene Kalium und Mineralstoffe gleichen die Versorgung im Körper wieder aus. Viele Erkrankungen der Harnwege werden mit Tees oder Pflanzensaft behandelt. Allerdings sollte die Anwendung über mehrere Wochen und regelmäßig durchgeführt werden. Die Wurzel des Löwenzahns ist für Diabetiker geeignet, stabilisiert sie doch die Zuckerwerte wegen ihrer Inhaltsstoffe. Bei einer länger andauernden Anwendung kann auch der Cholesterinwert gesenkt werden.

Äußerliche Anwendungen des Löwenzahn

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Der Löwenzahn, eine alte Heilpflanze

Der milchige Pflanzensaft, der sich im Stängel befindet, wirkt gegen Hornhaut, Warzen und Hühneraugen. Dazu wird der Saft mehrmals am Tag für einige Wochen so lange auf die betroffenen Stellen getupft, bis die  Wucherungen und Verhärtungen sich leicht ablösen lassen.

Wunden und mögliche Infektionen werden  durch die antibakterielle Eigenschaft der pflanzlichen Inhaltsstoffe geheilt beziehungsweise verhindert. Juckreiz nach Insektenstichen wird erträglicher, wenn die entsprechende Stelle  mit dem milchigen Saft des Stängels behandelt wird.

Der Löwenzahn in der Küche

Der Löwenzahn ist aber nicht nur zu  verwenden, wenn gesundheitliche Probleme auftreten. Die Blüten, Blätter, Stängel, Wurzeln eignen sich für Salate, Gemüse, Suppe, Tee, Saft, ja sogar als Gelee. Als Salat zubereitet, enthält der Löwenzahn ein Vielfaches an Vitamin A, C und E, der Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Eisen, sowie die doppelte Menge an Eiweiß im Vergleich zu Kopfsalat. Löwenzahnwurzel in dünne Scheibchen geschnitten, auf einem Butterbrot, was gibt es Gesünderes?

Löwenzahntee

Die Wurzeln werden vor der Blüte gesammelt, nur gesäubert – nicht gewaschen – in längliche Streifen geschnitten und an luftig-warmer Stelle in möglichst kurzer Zeitspanne getrocknet. Auf diese Weise kann man sie auch für spätere Nutzung vorhalten.

Zwei Teelöffel der so getrockneten Wurzelteile werden in kaltem Wasser über Nacht angesetzt. Am Morgen danach kocht man den Tee kurz auf und trinkt 2 – 3 Tassen über den Tag verteilt –  besonders zu empfehlen bei Gallen-, Nieren- und Blasensteinen, sowie bei Gelenkentzündungen und Arthrose.

Wenn wenig Zeit für eine aufwendige Tee-Kur vorhanden  ist, kann man an  den Wochenendtagen morgens nüchtern einen Liter Tee aus Blättern und Wurzeln Schluck für Schluck innerhalb  von 15 bis 20 Minuten trinken. Das soll Wunder bewirken!

Ein Gesichtswasser aus der Natur: die Blüte des Löwenzahn regt an

Wie Tee aufbereitet, regen die Blütenblätter als Gesichtswasser den Stoffwechsel der Haut an, sie wird besser durchblutet, weich und streichelzart. Dazu werden mit einem Viertelliter heißem  Wasser zwei Tassen voll Blüten übergossen und auf etwa 35° abgekühlt. Dann werden  die Blütenblätter ausgedrückt und 10 Minuten auf der Haut liegen gelassen und danach mit dem Teewasser abgetupft. Zur Gesichtsreinigung  vor dem Schlafengehen den Rest des Tees verwenden.

Ein Löwenzahnblütenöl zur äußerlichen Anwendung stellt man her, indem man die Blüten in ein Glas mit Deckel füllt, natives Olivenöl darüber gießt, bis die Blätter vollständig bedeckt sind. Dann lässt man das verschlossene Glas vier bis sechs Wochen an einem warmen Platz stehen, um die Inhaltsstoffe zu extrahieren. In dieser Zeit hin und wieder die Masse schütteln, zum Schluss in eine dunkle Glasflasche füllen und vor Sonne und Licht geschützt aufbewahren. Nun kann das Öl zur Massage gegen verspannte Muskeln oder schmerzende Gelenke verwendet werden.

Wenn Ihnen die Arbeit zu aufwändig und zeitraubend ist, in Apotheken und Reformhäusern werden Säfte, Tees (auch in Mischungen) und Pulver angeboten.

Foto: Kristian Kretschmann

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Kristian Kretschmann

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