Effektive Mikroorganismen – Ein überzeugendes Mittel?

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Kommerzielle Mischungen aus unterschiedlichen anaeroben und aeroben Substraten, werden in der Lebensmittelindustrie als Effektive Mikroorganismen bezeichnet – kurz EM. Diese haben einen günstigen Einfluss auf die Vergärung von organischen Abfällen zu fermentiertem Kompost, dem sogenannten Bokashi (japanische Bezeichnung). Effektive Mikroorganismen unterstützen dabei die Bildung von Kompost, unterdrücken aber die Entstehung von Faulgasen und Schimmelpilzen. „Effektive Mikroorganismen“ ist eine registrierte Warenmarke (EM Research Organisation. Inc.), die ihren Sitz in Uruma in Okinawa Japan hat.

Das Unternehmerische Konzept

Mitte der 1980 – er Jahre wurde die Marke von Teruo Higa, dem japanischen Professor für Gartenbau ins Leben gerufen. Higas These ging davon aus, dass der Boden in opportunistische, positive (also aufbauende) und negative (also abbauende) Mikroben eingeteilt werden kann. Gibt man vergleichsweise wenige aufbauende Mikroorganismen in den Boden, könnte man ein insgesamt günstiges Bodenmilieu schaffen. Die Nährstoffe im Boden würden somit aus dem erzeugten Substrat des Bodens nutzbar gemacht werden. Allerdings existieren keine haltbaren Belege, die Rigas These belegen könnten.

Produkte unter der Bezeichnung Effektive Mikroorganismen

bakterien

Bodenbakterien zersetzen pflanzliche Überreste und wandeln sie in wertvollen Humus um.

Produkte, die unter dem Namen „Effektive Mikroorganismen“ oder „EM“ verkauft werden, umfassen ein weites Feld. Zum Einen findet man ein Produkt das eine Mikrobenmischung in einer Nährlösung, die nicht eingehender bezeichnet werden. Zum anderen gibt es auch damit hergestellte Fertigprodukte, die schon aktiviert sind. Eine Mikroben – Urlösung, die als EM – 1 bezeichnet wird, vertreibt die Lösung unter dem geschützten Namen dem EM Research Organization Inc. Japan.

Der Inhalt der Produkte enthält unterschiedliche Organismen aus der Lebensmittelindustrie. Besonders Michsäurebakterien, die die Milchsäuregärung fördern. Zum Beispiel gehören phototrophe Bakterien wie Rhodopseudomonas palustris, Lactobacillus casei, als auch Hefe dazu. In der Regel hat die Nährlösung einen pH – Wert von 3,5 bis 3,8.

Anwendung Effektiver Mikroorganismen

Zu der Boden – und der Güllemasse wird die Stammlösung EM – 1 zu der zuckrigem Melasselösung gegeben. Sieben Tage lang wird das Gesamtergebnis bei etwa 25 bis 45 ° C anaerob inkubiert. Die dadurch gewonnene Nährlösung kann dann auf Pflanzen aufgesprüht, in den Boden verbracht oder zusammen mit organischen Abfällen vermischt und anschließend kompostiert werden. Weitere Informationen findet man auf der Seite http://www.em-schweiz.ch/. Dort kann man dann auch gleich Produkte für zuhause bestellen oder sich über die nächstgelegene Verkaufsstellen in seiner Nähe informieren.

Viel Positives, doch es gibt auch Kritikpunkte

Trotz allem gibt es auch Kritik an der Wirkung effektiver Mikroorganismen.  Kritisiert wird vor allem die unzureichende Studienlage. Viele Informationen und Thesen zum Thema Effektive Mikroorganismen sind nicht ausreichend ausgelegt und wissenschaftlich belegt. In weiteren Studien wurde zum Beispiel bewiesen, dass die positive Wirkung nicht direkt von EM – Organismen verursacht wird. Diese kommt ehr von dem nährstoffreichen Lösungssubstrat. Professor Higa selbst gibt zu, dass der Mangel an wissenschaftlichen Studien berechtigt ist. Das liegt an der schwierigen Reproduzierbarkeit des Substrats.

Zudem konnten weitere Versuche in der Landwirtschaft nicht zu einem überzeugenden Ergebnis führen. Es konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass Effektive Mikroorganismen im versprochenen Maße wirken. Effektive Mikroorganismen sind also kein Allheilmittel, dennoch scheinen sie für vieles Nützlich zu sein.

Foto: Jayanta Behera / freeimages.com

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Kristian Kretschmann

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