Das Leben im Rollstuhl – in Deutschland ein Albtraum

Auf Menschen im Rollstuhl lauern viele Tücken
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Ich fahre ja nun lieber Rad, als mit der U Bahn. Nicht nur der Gesundheit wegen, sondern vor allem auch, weil ich so einfach von Tür zu Tür fahren kann, wann immer ich es will. Doch seit einem Jahr haben wir Nachwuchs und so kam es in letzter Zeit doch vermehrt dazu, dass ich die sogenannten Öffies genutzt habe, die Öffentlichen Verkehrsmittel. Mit einem Kinderwagen unterwegs zu sein ist da schon eine Herausforderung, da viele Haltestellen nicht über Aufzüge verfügen und die Rolltreppe entweder kaputt oder eben in die falsche Richtung eingestellt ist. Trotzdem geht das noch irgendwie, denn  irgendjemand hilft meist. Was aber tun Menschen mit Behinderung, die z.B. im Rollstuhl sitzen?

Auf Behinderte lauern im Alltag  häufig Tücken

Auf Menschen im Rollstuhl lauern viele Tücken

Auf Menschen mit Behinderung lauern viele Tücken

Sie können meistens nur in den größeren Stationen aussteigen, obwohl die U Bahn eventuell sogar direkt vor Ihrer Haustür eine Haltestelle hat. Da macht man sich oftmals so gar keine Gedanken darüber, vor welche Herausforderungen Menschen mit Behinderung so gestellt werden. Alleine im Bereich der Barrierefreiheit ist da noch richtig viel Luft nach oben: Stellen Sie sich vor, Sie müssten mit Rollstuhl zu Ihrem Arzt. Also ich müsste meinen Arzt wechseln, denn der hat keinen Aufzug, Zahnarzt übrigens auch! Mal abgesehen von vielen öffentlichen Einrichtungen, wie Kinos, Schwimmbäder und auch der Besuch einer Kneipe kann einen Rollstuhlfahrer vor unüberwindbare Hindernisse stellen. Und wer will sich schon als Erwachsener die Treppe herauftragen lassen? Da bleibt man doch lieber zuhause.

Bei meiner Recherche für diesen Artikel im Internet stolperte ich sogar eine bundesweite Unterschriftensammlung für einen neuen Behindertenausweis. Während die neuen Ausweise und mittlerweile auch Führerscheine auf das beliebte Scheckkartenformat zurecht geschrumpft wurden, sind die Behindertenausweise weiterhin so groß, dass sie in kein Portemonnaie passen. Aber auch der Umgang mit Behinderten ist oftmals mehr als fragwürdig. So beschweren sich behinderte Menschen – nicht nur die, die auf den Rollstuhl angewiesen sind – in Foren oft darüber, dass sie von fremdem Menschen oft geduzt werden.

Deutschland ist im Bezug auf Barrierefreiheit ein Entwicklungsland

Es wird zwar schon viel gemacht, aber das alles reicht anscheinend nicht aus. Im Vergleich zu anderen Industrienationen hinkt Deutschland in Sachen Barrierefreiheit meilenweit hinterher. Da ist noch viel Luft nach oben und die Zeit drängt. Aufgrund der demografischen Entwicklung dürfte das Problem eher größer, denn kleiner werden.

Warum ich mir darüber als Fahrradfahrer nun so meine Gedanken gemacht habe? Nun, es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass eine Behinderung jeden treffen kann. Auch Fahrradfahrer oder besser gerade die: Ein unaufmerksamer Autofahrer und zack ist es passiert.

Foto: Jos van Galen / sxc.hu

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Kristian Kretschmann

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