Bitterstoffe und ihre Wirkung

Berühmt für seine Bitterstoffe: Radicchio Salat
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In der frühen Geschichte der Jäger und Sammler bestand die Ernährung hauptsächlich aus bitterstoffhaltigem Wurzelgemüse, Wildpflanzen, Blättern und Früchten. Fleisch gab es nur in Ausnahmefällen. Diese natürliche Ernährung war von großer Bedeutung für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Bitterstoffe, die in dieser Nahrung reichlich enthalten sind, regen die Verdauungsorgane zur Produktion von Sekreten an, kräftigen alle Organe und helfen den Körper zu entgiften.

Übersäuerung durch Mangel an Bitterstoffen

Unsere heutigen Ernährungsgewohnheiten haben sich von  dieser ursprünglichen Art der Nahrungsaufnahme weg entwickelt. Wir konsumieren süße und salzige Speisen im Übermaß, saure und scharfe Geschmacksverstärker preisen unserem Gaumen ein pikantes, herzhaftes Erlebnis beim Verzehr von Fertigprodukten an. Wir vermeiden bewusst alles, was bitter schmeckt. Aus unserem Gemüse und Wurzelgemüse, das wir kaufen, sind die Bitterstoffe von der Lebensmittelindustrie weitestgehend entfernt worden.  Am Beispiel der Salatsorten Chicorée und Radicchio können wir die Entwicklung gut nachvollziehen. Da beide Sorten, die nur noch einen geringen Teil der bitteren Stoffen enthalten, vielen Menschen vielleicht immer noch zu bitter schmecken, wird uns geraten vor dem Verzehr, den Salat kurz mit heißem Wasser zu übergießen, damit auch der letzte Rest  davon aus den Blättern verschwindet.

Pflanzen mit Bitterstoffen

Alle Pflanzen legen ihre Inhaltsstoffe während ihrer Wachstumsphase an, weil sie sich selbst vor Krankheitserregern und Fressfeinden schützen wollen. Zu diesen Schutzstoffen gehören unter anderen Bitterstoffen, oder wie am Beispiel der Brennnessel Brennhaare.

Neben den bereits oben erwähnten Salatsorten finden wir in den Kohlsorten sowie der Artischocke reichlich bittere Stoffe. Erwähnt werden sollten auch die Wildkräuter Schafgarbe, Löwenzahn, Giersch, Wermut, Sauerampfer, Mariendistel und das ganzjährige Gänseblümchen, um nur einige davon zu nennen.  Als Heilkräuter und Gewürzmittel möchte ich beispielsweise Ingwer, Kurkuma, Bockshornklee, Liebstöckel, Rosmarin, Majoran, Salbei und Thymian nennen. Beim Getreide ist die Hirse als gesunde Getreidesorte mit vielen wichtigen Inhaltsstoffen zu nennen. Zum Obst gehören Zitrone, Orange, Limette und Grapefruit, wobei die Schale besonders viele Bitterstoffe enthält.

Um biologisch wertvolle Kräuter, Gemüse und Obst zu bekommen, sollte man sie, falls möglich im eigenen Garten züchten oder in Bioqualität erwerben. Im Winter gibt es auch die Möglichkeit sich Sprossen mit Bitterstoffen in der Wohnung zu züchten.

Verzehr von Bitterstoffen

Berühmt für seine Bitterstoffe: Radicchio Salat

Berühmt für seine Bitterstoffe: Radicchio Salat

Wenn wir Bitterstoffe aufnehmen, ziehen sich zunächst die Schleimhäute im Darm zusammen um sich danach auszudehnen. Wasseransammlungen und Giftstoffe im Körper können bei einer kurmäßigen, bitterstoffreichen Nahrungsaufnahme über drei Wochen ausgeschwemmt werden. Die strapazierten, überforderten Organe können sich von ihrem Stress erholen und das Immunsystem wird gestärkt. Auch Diabetikern ist die Aufnahme von Bitterstoffen zu empfehlen, wird doch die Bauchspeicheldrüse durch die bitteren Stoffe zur stärkeren Produktion von Insulin angeregt.  Zusätzlich zur festen Nahrung sollten wir auch Tees oder Teemischungen zum Beispiel aus Löwenzahn und/oder Schafgarbe regelmäßig über einen längeren Zeitraum zu uns nehmen.  Bitterkräuter regen nicht nur die Verdauungstätigkeit an, sie haben zudem basische Eigenschaften. Deshalb sind sie umso wertvoller, sorgen sie doch dafür, dass der Körper nicht an Mineralstoffmangel und Übersäuerung leidet. Die Bitterstoffe der Kräuter fördern zudem die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und Eisen aus der Nahrung.

Salat mit Bitterstoffen

Wenn Sie denken, dass Ihnen das Bittere nicht schmecken wird, sollte Sie es einfach einmal mit einer Mahlzeit probieren, die vorwiegend aus Bitterstoffen besteht.

Nehmen wir zum Beispiel einen Löwenzahnsalat, der unserem Körper, besonders nach einem langen Winter, reichlich Bitterstoffe zuführt und gleichzeitig entwässernd wirkt. Dazu suche ich mir eine Wiese aus, die noch nicht gedüngt wurde.  Das Sammeln und die Reinigung des Salates erfordern natürlich viel Zeit. Dafür entschädigt nicht nur der Genuss des Salates, sondern auch das besondere Erlebnis einer schönen Wanderung. Als Dressing nehme ich trüben Apfelessig, Senf, etwas gemahlene Bockshornkleesaat, Bio Öl, frische Kresse und Schnittlauch. Dazu schneide ich, je nach Menge, ein bis zwei gekochte Eier, gebe sie über den Salat und dekoriere ihn, falls vorhanden, mit den Blütenknospen des Löwenzahns und einigen Gänseblümchen. Das ist nicht nur für die Augen schön, es regt auch den Speichelfluss an.  Sie werden merken, dass es gar nicht so schlimm ist und Sie sich schnell daran gewöhnen, Bitteres zu essen.

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Kristian Kretschmann

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