Die Esskastanie – eine Allrounderin

Esskastanie
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Die Schalenfrucht mit der stacheligen Hülle gehört zur Familie der Buchengewächse, kann bis zu 600 Jahre alt werden und stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Angebaut wird sie heute vor allem in Spanien, Portugal, Italien, Frankreich und in der Türkei. Zur Schweinemast wird die Esskastanie insbesondere auf Korsika, in Süditalien und Spanien verwendet, um aus dem Fleisch der Tiere einen für die jeweilige Region bekannten Schinken und eine geschmacklich vorzügliche Salami herzustellen. Übrigens: Auch der Baum des Jahres 2018 ist die Esskastanie!

Kultivierung und Nutzung der Esskastanie

Die Kultivierung der Pflanze erfolgte bereits zwischen dem 9. und 7. Jahrhundert vor Christi Geburt. Die Römer verbreiteten die damals schon hoch angesehene Pflanze wegen ihrer vielseitigen Verwendung im ihrem gesamten Reich. Neben dem Holz, das sie als Baumaterial nutzten, wurden die Nuss, die Rinde, Blüten und Blätter teils zu medizinischen Zwecken, teils zur Ernährung verwendet. Mit Beginn des 11. Jahrhunderts wurde der Anbau der Esskastanie vor allem in den fernab gelegenen Gegenden der Berge vorangetrieben, in denen kein Getreide gedeihen konnte.  Als sättigendes und gesundes Grundnahrungsmittel wurde sie zu Mehl verarbeitet, um daraus Brot und andere Speisen zuzubereiten. Der Baum, der damals als „Brot der Armen“ bezeichnet wurde, wurde 2018 zum Jahr des Baumes gekürt.

Die Esskastanie – eine Allrounderin

Eiweiß, Kohlehydrate, Mineralstoffe, Vitamine, Ballast- und Gerbstoffe, Kalium, sekundäre Pflanzenstoffe, ungesättigte Fettsäuren, all das findet man in der schmackhaften Frucht, die sie so wertvoll für unsere Gesundheit macht.

Esskastanie

Esskastanie
Foto: Paolo Gadler / freeimages.com

Die Kohlehydrate in der Esskastanie sind verantwortlich dafür, dass wir lange satt bleiben nach dem Essen. Zudem lassen sie den Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit nur langsam ansteigen und lange gleich bleiben, was sie für Diabetiker empfehlenswert macht. Für Glücksgefühle sorgt der durch die besondere Zusammensetzung der Kohlehydrate erhöhte Serotoninspiegel. Ballaststoffe regulieren unsere Verdauung, B-Vitamine und Vitamin C stärken unser Immunsystem und schützen uns so vor Entzündungen, sind verantwortlich für Stoffwechselvorgänge.

In der Kastanie sind aus der Gruppe der B-Vitamine B1, B2, B3 und B6 hoch konzentriert enthalten. Das ist gut für unsere tägliche Energie, die wir zur Aufmerksamkeit benötigen, wenn wir geistig gefordert sind. Vitamin C verhilft uns neben dem Schutz vor Arteriosklerose und Schlaganfällen auch zur Senkung des Cholesterin.

Die sekundären Pflanzenstoffe sind von großer Bedeutung für unsere Gesundheit, wirken sie doch antioxydativ, das heißt unsere Körperzellen werden weniger geschädigt und unsere Haut altert weniger schnell. Die ungesättigten Fettsäuren schützen, zusammen mit dem Vitamin E, vor Ablagerungen  in den Arterien, senken den Cholesterinspiegel und wirken Entzündungen entgegen.

Esskastanien und Kalium

Die Esskastanie gehört zu den basischen Lebensmitteln, die entgiftend und entzündungshemmend wirken und somit das Immunsystem stärken. Darüber hinaus bewirkt der Basengehalt, dass vermehrt Salz aus dem Körper über die Nieren ausgeschieden und zugleich der Blutdruck gesenkt wird. Für Menschen mit Beschwerden wie Völlegefühl, Sodbrennen und Blähungen ist der Verzehr von Esskastanien hilfreich. Auch Rheumatiker profitieren von kaliumreicher Ernährung. Der hohe Kaliumgehalt in der Kastanie verringert die  Ausscheidung von Kalzium im Körper, so dass dieses in den Knochen deponiert werden kann, was bei einer bestehenden Osteoporose hilfreich ist. Man kann zudem vorsorglich durch die Aufnahme von Kalium in der Esskastanie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Zusammen mit Kalzium wirkt Kalium gegen Muskelkrämpfe. Auch unsere Nerven werden gestärkt, Ärger und Stress lassen uns eher kalt.

Esskastanien – ein Angebot  für Allergiker

Als Ersatz für Getreide ist die glutenfreie Esskastanie bei Allergikern wegen ihrer guten Verträglichkeit willkommen. Damit der Speiseplan abwechslungsreich gestaltet werden kann, werden neben anderen Brotaufstriche, Püree und Flocken aus der Kastanie hergestellt. Im Handel werden neben Kastanienmehl, Chips und Nudeln sogar Likör, Pralinen und Marmelade angeboten. Wer auf seine Figur achten möchte, kann bedenkenlos der Esskastanie wegen ihres geringen Fettanteils von etwa 2% vertrauen.

Zubereitung – Esskastanie Rezept

Von etwa September bis November fällt  die Esskastanie vom Baum und wird gesammelt. Sie kann dann noch etwa eine Woche aufbewahrt werden, muss jedoch innerhalb dieser Zeit zubereitet werden, weil sonst ihr Aroma größtenteils verloren geht und sie leicht zu schimmeln beginnt. Bevor man sie zubereitet, muss die Schale entfernt werden. Dann kann man sie zu Gerichten weiter verarbeiten. Es besteht auch die Möglichkeit, sie zu rösten. Dazu schneidet man die abgerundete Seite kreuzweise ein und röstet sie über Feuer, in der Pfanne oder im Backofen. Im Tiefkühlfach hält sie sich geschält oder schon gekocht etwa sechs Monate lang.

Ein persönliches Esskastanie Rezept von mir möchte ich hier vorstellen:

Bei einem Spaziergang habe ich glücklicherweise einige Prachtexemplare Birkenpilze gefunden, in meinem Garten gab es noch eine Rote Bete, die Esskastanien hat mir eine Nachbarin geschenkt.

Die Kastanien habe ich mit Milch 40 Minuten auf kleiner Stufe geköchelt und fein püriert.

Aus der Roten Bete habe ich einen Salat mit Kräutern aus dem Garten, einer Essig-Öl- Marinade  und Feta Schafskäse angerichtet, die Pilze in der Pfanne mit Kokosöl und Zwiebeln langsam erhitzt, Sahne hinzu gegeben und zugedeckt einige Minuten ziehen lassen. Hübsch angerichtet auf dem Teller mit Petersilie und Kresse dekoriert, war somit ein köstliches Gericht zubereitet, das den Magen nicht überlastet hat und zum Nachmachen anregen könnte.

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Kristian Kretschmann

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