Wenn Diäten nicht helfen: Abnehmen mit dem Magenballon

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Mehr als jeder zweite Deutsche ist übergewichtig oder leidet unter Adipositas. Wenn Diäten und Sport alleine nicht mehr ausreichen, um abzunehmen, kann der Magenballon helfen. Übergewicht birgt gesundheitliche Risiken wie Diabetes, Bluthochdruck oder Schlaf-Apnoe. Es kommt zu einer Verschlechterung von Rücken- und Gelenkerkrankungen. Sogar das Krebsrisiko steigt, wenn der Körper zu viel Fett einlagert. Oft wird ein vermindertes Selbstwertgefühl hervorgerufen, was nicht selten Depressionen zur Folge hat.

Zwar gibt es eine Vielzahl von Diäten, die schnelle Effekte versprechen, doch sind die Resultate oft nicht von langer Dauer. Besonders bei starkem Übergewicht bringt eine Diät häufig nicht den erhofften Erfolg.

Für wen ist der Magenballon geeignet?

Der Magenballon ist eine Option für Übergewichtige, die noch kein Magenband oder eine operative Magenverkleinerung brauchen und 10 bis 25 Kilogramm abnehmen möchten. In Einzelfällen ist auch eine Gewichtsreduktion von bis zu 35 Kilo möglich. Die Ballonmethode ist für Patienten mit einem BMI zwischen 28 und 44 geeignet, die einen gesunden Magen haben und älter als 18 Jahre sind. Diabetes und Sodbrennen sind keine Ausschlusskriterien.

Wie der Eingriff abläuft

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Wenn der Erfolg durch Diäten auf der Strecke bleibt: Extremes Übergewicht kann mit einem Magenballon bekämpft werden.

Im Rahmen einer Magenspiegelung bringt der Arzt den leeren, eng zusammengefalteten Magenballon in die Speiseröhre ein, damit er ihn schließlich im Magen platzieren kann. Dort wird er mit Kochsalz gefüllt, um durch sein Volumen ein frühes Sättigungsgefühl zu erzeugen. Der Eingriff dauert rund 25 Minuten und kann ambulant durchgeführt werden. Weil der Patient im Dämmerschlaf ist, verläuft der Eingriff völlig schmerzfrei. Im Anschluss ist der Patient schnell wieder bei vollem Bewusstsein.

In den drei Tagen nach dem Eingriff kommt es häufig zu Übelkeit, Erbrechen und Magenkrämpfen. Diese Symptome sind mit Medikamenten jedoch gut in den Griff zu bekommen.

Der Ballon verbleibt nun für sechs Monate im Magen und wird dann im Rahmen einer einfachen Magenspiegelung wieder entfernt.

Mehr abnehmen durch Ernährungsumstellung und Sport

Der Magenballon dämpft den Hunger und hilft den Patienten, ein gesundes Essverhalten zu entwickeln. Wie viel Gewicht die Patienten letztlich verlieren, haben sie jedoch selbst in der Hand. Begleitprogramme wie eine Ernährungsumstellung und regelmäßiges Training unterstützen sie dabei, ihr Wunschgewicht zu erreichen. Indem sich die Patienten frühzeitig an neue Verhaltensweisen gewöhnen, wird es ihnen leichter fallen, ihr Gewicht auch langfristig zu halten.

Trotz Magenballon ist die Wahl der richtigen Lebensmittel wichtig. Fette Speisen und Süßigkeiten sollen durch Vollkornprodukte, Fisch und fettarme Fleischsorten sowie gedünstetes Gemüse ersetzt werden. Vorsicht ist auch bei Alkohol und Säften geboten: diese werden oftmals gut vertragen, haben aber viele Kalorien. Um das Gewicht erfolgreich zu reduzieren und auch nach der Ballonentfernung effektiv zu halten ist regelmäßiger Sport unerlässlich. Deshalb ist drei- bis viermal pro Woche ein 45-minütiges Ausdauertraining oder Bewegung wie z.B. Tanzen empfehlenswert. Denn wer auf Bewegung verzichtet, verliert nur halb so viel Gewicht wie andere, die Sport treiben.

Geringes Risiko

Es liegt auf der Hand, dass das Eingriffsrisiko einer einfachen Magenspiegelung im Vergleich zu einer Operation äußerst gering ist. In sehr seltenen Fällen wird der Ballon undicht und muss im Rahmen einer Magenspiegelung mit Hilfe des Endoskops entfernt werden. Da die Kochsalzlösung mit Lebensmittelfarbe blau eingefärbt ist und im Fall eines Ballonlecks auch den Urin verfärbt, wissen Patienten sofort, wann sie einen Arzt aufsuchen müssen.

Warum der Magenballon so erfolgreich ist

Das Entscheidende ist, dass der Patient sich durch die Liegezeit des Ballons über sechs Monate an kleine Essensportionen gewöhnt. Er lernt in einem richtiggehenden Erziehungsprozess, wieder zu spüren, dass und wann er satt ist. Und weil das kontraproduktive Hungergefühl während der Behandlung fehlt, kann der Patient nachhaltig sein Essverhalten ändern. Laut einer Studie können 75 Prozent der Patienten ihr Gewicht nach Entfernen des Magenballons dauerhaft halten. Der Jojo-Effekt bleibt in der Regel aus, so dass viele Patienten langfristige Erfolge erzielen können.

Foto: Kristian Kretschmann

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• Fachärztin für Innere Medizin • Teilgebietsbezeichnung Rheumatologie • Teilgebietsbezeichnung Gastroenterologie • Qualifikation als Ernährungsmedizinerin • Behandlung von übergewichtigen Patienten mit Magenballon, Ernährungstherapie und Sport Die Internistin Dr. med. Gergelyfy eröffnete 2009 ihre Privatpraxis für Innere Medizin, Gastroenterologie, Rheumatologie und Ernährungsmedizin im Zentrum Münchens. Sie möchte ihre in 28 Jahren klinischer Tätigkeit in allen Bereichen der Inneren Medizin erworbene Erfahrung nicht mehr im Krankenhaus, sondern in ihrer eigenen Privatpraxis zum Wohle ihrer Patienten einsetzen. Besonders wichtig ist ihr dabei ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihren Patienten. Deshalb nimmt sie sich viel Zeit für ausführliche Gespräche und individuelle Behandlungskonzepte. Die Ernährungsmedizin bildet eine wichtige Säule ihrer privatärztlichen Tätigkeit. Neben der allgemeinen Ernährungsberatung gehört das Adipositas-Management mit dem Magenballon zu ihren Spezialgebieten. Mit durchschnittlich drei bis vier Magenballon-Implantationen pro Woche ist sie auf diesem Gebiet eine der führenden Kapazitäten in Deutschland.

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